Digitale Datenanalysen sind nicht nur ein Werkzeug der Finanzverwaltung. Auch Unternehmen können ihre steuerlich relevanten Datenbestände auf Auffälligkeiten, ungewöhnliche Entwicklungen und widersprüchliche Informationen untersuchen.
Wenig nachhaltig wäre es allerdings, eine solche Analyse erst dann durchzuführen, wenn sich eine Betriebsprüfung bereits angekündigt hat. Sinnvoller ist es, geeignete Prüfroutinen in der eigenen Systemumgebung aufzubauen und regelmäßig anzuwenden.
Passende Verfahren gezielt auswählen
Welche Verfahren dafür infrage kommen, hängt von den vorhandenen Daten und der jeweiligen Fragestellung ab. Untersucht werden können beispielsweise Lücken in fortlaufenden Rechnungsnummern oder mehrfach erfasste Belege. Daneben kommen unter anderem Zeitreihenvergleiche, Verteilungsanalysen, statistische Stichproben und gezielte Anomalieanalysen in Betracht.
Nicht jede Methode eignet sich für jeden Datenbestand. Zudem ist eine rechnerische Auffälligkeit noch kein Nachweis für einen steuerlichen Fehler. Sie zeigt zunächst nur, an welcher Stelle eine fachliche Prüfung sinnvoll sein kann.
Von der Einzelanalyse zum Kontrollprozess
Die Daten können dabei im Unternehmen verbleiben. Einmal eingerichtete Analysen lassen sich wiederholen und mit bestehenden Kontrollen verbinden. Auffälligkeiten werden dadurch nicht erst im Rahmen einer Außenprüfung sichtbar, sondern können frühzeitig steuerlich eingeordnet und, soweit erforderlich, aufgeklärt oder korrigiert werden.
Aus der punktuellen Vorbereitung auf eine Betriebsprüfung entsteht so ein dauerhaft nutzbarer Prozess für steuerliche Datenanalysen und Kontrollen.